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Das Internet ist voller abgefahrener DJ-Fankunst—und Deviant Art seine Goldgrube

Museum war gestern. Wir haben uns nach wirklich schönen Werken umgesehen.

Josh Baines

Josh Baines

In schwierigen Zeiten wie diesen wenden wir uns gerne den angenehmen Dingen des Lebens zu: ein Bierchen hier, ein leckeres Stück Tiefkühlpizza dort und noch eine Folge Raus aus den Schulden. Einfach alles, was uns wenigstens einen kleinen Augenblick von der komplizierten und unheimlichen Welt da draußen ablenkt. Es gibt keinen Grund, warum man sich dafür schämen sollte. Schuldgefühle und Selbstvorwürfe sind in solchen Momenten fehl am Platz.

Für die Gemeinschaft bei DeviantArt—eine der größten und beliebtesten Internetplattformen für nutzergenerierte Kunst—ist der eigene kreative Ausdruck das wohlig-weiche Kissen der Wahl, auf dem man seine Gedanken bettet. Angesichts von über 38 Millionen registrierten Nutzern und 160.000 Werken, die dort durchschnittlich pro Tag hochgeladen werden, scheint es so, dass Malen auf viele Menschen da draußen eine unglaublich therapeutische Wirkung ausübt. Vielleicht malen sie auch einfach nur total gerne. Was weiß ich.

In Anbetracht der unfassbar vielen Bilder da draußen wundert es auch nicht, dass es ganze Bereiche von DeviantArt gibt, die ausschließlich DJs gewidmet sind. Wir haben uns Hals über Kopf in die Archive gestürzt und für dich die besten 10 DeviantArt-Meisterwerke mit DJ-Motiven rausgesucht. Schaue und staune

10. Swedish House Mafia


Grundlegende Anatomie ist gar nicht so leicht. Kleidung ist auch nicht einfach. Ja, man kann eigentlich sagen, dass es generell ziemlich schwierig ist, ein halbwegs anständiges Bild zu zeichnen. Also applaudieren wir dieser Künstlerin doch einfach dafür, dass sie ihre Arbeit in diese grausame, wahnhaft-zynische und deprimierende Welt gestellt hat. Das muss man ihr lassen. Und dann sollten wir dieser Person ruhig aber bestimmt ans Herz legen, sich ein anderes Hobby zu suchen.

9. Deadmau5


Deadmau5? Check! Filzstift? Check! In ein Tagebuch gemalt? Check! Coole Handverrenkung in Richtung Betrachter? Check! Dezent verdächtiger Fleck in der rechten unteren Bildecke, über den wir lieber nicht mehr erfahren wollen? Oh ja, Check!

8. Madeon


Erinnerst du dich noch an Madeon? Das war dieser junge Franzose, der Stadion-EDM gemacht hat, sich selbst aber für eine Mozart-Reinkarnation hielt. Kurz nachdem sein Album erschien, ist er einfach sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden. Seit über einem Jahr frage ich mich, was wohl aus ihm geworden ist. Sein plötzliches Verschwinden war mir ein Rätsel. Jetzt weiß ich aber endlich, was mit Madeon passiert ist. Madeon wurde von einer Schar bösartiger Vögel entführt. Sie haben ihn mit ihren Schnäbeln gepackt und in eine besonders dichte Hecke geflogen. Dort lebt Madeon jetzt und ernährt sich von hochgewürgten Würmern.

7. Avicii


Ich bin immer schon ein großer Fan dieser Ästhetik gewesen, die eigentlich nur auf diesen beliebig zusammengewürfelten, nicht besonders gut getroffenen Bleistiftporträts berühmter Menschen auf A3 Postern zu finden ist, die in dem kleinen Eckladen mit den lustigen T-Shirts im eher mittelprächtig gut besuchten Einkaufscenter verkauft werden. Kein Wunder, dass diese Avicii-Zeichnung genau meinen Geschmack trifft. Ich würde es am liebsten sofort neben meine Bilder von Lothar Matthäus, Jo Gerner und Notorious B.I.G. hängen.

6. Diplo


Diplo hat einfach etwas sonderbar, beinahe abstoßend Anziehendes und ich muss sagen, dass yolque—so der Künstlername—es mit diesem zweiköpfigen Biest eines Porträts richtig gut getroffen hat. Auf den ersten Blick denkst du: „Hmmm, die Perspektive ist irgendwie schräg und so sieht der doch gar nicht aus. Ich wusste außerdem gar nicht, dass sein Gesicht die Vorlage für die Anonymous-Maske gewesen ist." Dann schaust du noch einmal etwas genauer hin und du bemerkst eine Tiefe, die dir bis dahin gar nicht aufgefallen war. Du kannst dich kaum noch losreißen. Du willst es besitzen, Du willst damit leben. Er hat dich in seinen Bann geschlagen. Mal wieder.

5. Calvin Harris


Eine der großen Freuden der Kunst—und ich meine damit echte Kunst, nicht diesen modernen Nonsens mit aufgehängten Leichenteilen, verstümmelten Genitalien und Statements über das Bedürfnis, gesellschaftliche Normen zu überdenken—ist Menschen dabei zuzuschauen wie sie versuchen, Hände zu malen. Es sind jetzt 40.000 Jahre vergangen, seit unsere Vorfahren die Umrisse eines Pferdes an eine Höhlenwand gekritzelt haben, und seitdem sind wir immer noch nicht viel weiter gekommen, wenn es darum geht, die Feinheiten der menschlichen Hand zu rekonstruieren. Diese Hände, Calvins Hände; Hände, die zwischenzeitlich mal Taylor Swift gehalten haben; Hände, die Hit über Hit erschaffen haben; Hände, die Geschichten erlebt haben, die für immer in den Tiefen unseres Herzens verborgen sein werden ... Dies hier sind nicht die Hände, die irgendjemand von uns wiedererkennt.

4. David Guetta


Ist dir schon mal aufgefallen, dass manche Männer ganz schön phallische Nasen haben? Du stehst in der Schlange beim Aldi, ein paar Zucchini und eine Packung Topflappen unter den Arm geklemmt, und plötzlich fällt dir der Typ in der Schlange nebenan auf, der eine Nase hat, die exakt wie ein Gemächt aussieht. David Guetta gehört eigentlich nicht zu diesen Männern, aber die Künstlerin schien da anderer Meinung zu sein. Und wer sind wir—der Betrachter, die Kritiker—, dass wir uns ein Urteil erlauben dürften? Wenn du findest, dass Guettas Nase etwas Phallisches hat, dann zeichnest du sie halt so.

3. Tiesto


OK, hier ist jetzt vielleicht die Zeit für eine kleine Beichte meinerseits. In der Oberstufe hatte ich in Kunst eine 4—eine Leistung, die man bis dahin für unmöglich gehalten hatte. Meine letzte Arbeit war eine schockierend-schlechte Mondrian-Impression, bei der ich es noch nicht mal hinbekommen hatte, gerade Linien zu malen. Sie kostete mich zehn Stunden Arbeit und dann noch eine gute Handvoll Lebensjahre. Denn jedes Mal, wenn ich an dieses Bild denken muss, muss mein Herz doppelte oder dreifache Arbeit leisten, um dem schaminduzierten Schwindelgefühl entgegenzusteuern. Ich wünschte, ich hätte stattdessen einfach so eine Zeichnung gemacht. Dafür hätte ich mindestens eine 3 bekommen und wäre heute frei von den Geißeln des Schams, die mich seitdem unablässig in ihren Fängen halten.

2. Skrillex


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1. Daft Punk


Ich habe Galerien besucht. Ich habe große Werke wichtiger Künstler gesehen. Ich habe viele Tage meines Lebens in Museen verbracht und auf Wände gestarrt. Ich habe mir selbst eingeredet, dass Kunst uns alle zu besseren Menschen macht, dass Kunst uns überhaupt erst menschlich macht, dass Kunst der einzige Weg zur Erlösung ist, zur Transzendenz, dass Kunst die Kraft hat, zu heilen und zu lindern. OK, so wirklich habe ich mir das auch nie abgekauft und, wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die ganze Kunst auch nur angeguckt, weil ich mich danach mit einem kühlen Bier und einem Würstchen-Croissant belohnen konnte—dafür, dass ich „ein guter Mensch, der Kunst mag", war. Bis heute, bis zu diesem Augenblick habe ich nicht wirklich daran geglaubt, aber jetzt habe ich erkannt, dass es tatsächlich wahr ist—die ganze Zeit über schon wahr gewesen ist. Dieses Bild hier. Dieses Bild ist alles, was wir als Spezies brauchen. Du musst es nur lange genug betrachten und schon bald wird die Evolution ganz von selbst das ihrige tun. Wir werden alle zu diesen Robotern werden. Ich weiß es.

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Josh ist bei Twitter, THUMP natürlich auch.