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Dieser exklusive Mix vereint die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kultlabels R&S Records

Im Gespräch erklärt uns Labelmanager Andy Whittaker außerdem, was es bedeutet für eins der wichtigsten Labels der 90er zu arbeiten.

Josh Baines

Josh Baines

Seit über 30 Jahren steht das ehemals belgische und heute britische Label R&S an vorderster Front in Sachen ernstzunehmender Clubmusik. Eine dermaßen lange Lebensspanne bedeutet natürlich auch, dass mehrere Produzenten-, DJ- und Tänzergenerationen von der Qualitätsinstanz mit dem ikonischen Pferdelogo und ihrem unbedingten Willen geprägt wurden, das Beste in Sachen elektronischer Musik zu veröffentlichen.

Zu den einflussreichsten Releases gehören Meilensteine von Künstlern wie Aphex Twin, CJ Bolland und Human Resource. Ursprünglich auf den harten, EBM-lastigen Hardcore-Sound spezialisiert, der sich im pillenseeligen Europa der späten 80er und frühen 90er großer Beliebtheit erfreute, erweiterte R&S über die Jahre beständig seine Klangpalette. Nach einer kurzen Verschnaufpause sattelten sie 2006 wieder das Pferd und trotteten mit neuen Veröffentlichungen von Künstlern wie James Blake und Space Dimension Controller im Gepäck zurück in die namhaften Clubs dieser Welt.

Plötzlich war das bekannte Logo wieder überall und an Optimos In Order to Edit Mix kam 2009 niemand vorbei, der sich auch nur ansatzweise für die turbulente und chaotische Frühphase der Clubmusik interessierte. Da 2017 ein wahrlich großes Jahr für R&S zu werden scheint, haben wir einen kleinen Plausch mit Manager Andy Whittaker über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Labels gehalten.

Bei der Gelegenheit hat Whittaker uns auch gleich einen fantastischen Guest Mix zusammengestellt, der randvoll mit neuem und exklusivem Material ist. "Für diesen Mix habe ich vor allem R&S-Tracks ausgewählt, die mehr in Richtung 4/4-House gehen", sagt er. "Mit dabei sind neue Tracks von Talaboman, Lone und Space Dimension Controller, sowie ein paar Klassiker von einigen meiner Lieblingsproduzenten und eine kommende Veröffentlichung auf Lones Magicwire Label."

Hier bitte auf Play drücken und weiter unten kannst du unsere Unterhaltung mit Andy nachlesen:

THUMP: R&S ist eins der beliebtesten Labels in der Geschichte der Clubmusik. Erfüllt dich das täglich mit Stolz?
Andy Whittaker: Es ist immer ein schönes Gefühl, wenn R&S bei jemandem in einer Liste der Lieblingslabels auftaucht. Renaat und Sabine haben sich in den 90ern einen ernstzunehmenden Ruf aufgebaut, aber wir arbeiten weiterhin hart und versuchen, diese glorreichen Zeiten weiterzuführen.

Welche Rolle spielst du beim Label und wie läuft ein typischer Arbeitstag bei dir ab?
Ich leite das Label von Großbritannien aus. Wir haben kein großes Team, also mache ich alles von Künstler unter Vertag nehmen, bis zum Einstellen der Promo-Teams. Ich organisiere die PR-Kampagnen, behalte den Überblick über Herstellung und Vertrieb, außerdem kümmere mich um die Angestellten. Damit es nicht langweilig wird, lege ich fast täglich bei verschiedenen Kampagnen für R&S, Apollo und Meda Fury auf.

Erinnerst du dich an deine erste Begegnung mit einer R&S-Veröffentlichung?
Jaydees "Plastic Dreams". In den 90ern habe ich das überall in den Clubs gehört, aber seit Kurzem wird der Track wieder öfter gespielt. Er klingt immer noch großartig.

Wie sucht das Label nach neuen Talenten?
Unser Slogan lautet "In Order To Dance", also bewegen wir uns nie zu weit von Musik weg, die im Club funktioniert. Wir hören immer noch Tracks in Clubs und bekommen Musik bei Partys zugesteckt, aber die meisten neuen Musiker, die wir unter Vertrag nehmen, haben wir selbst für ein Release auf dem Label kontaktiert. Wir haben Scouts, die ständig auf Veranstaltungen sind und das Internet nach Musik absuchen.

Sind die Künstler immer aufgeregt, wenn ihr sie als Label anschreibt?
Manche vielleicht, aber es immer spannend zu sehen, wie sie auf das Label aufmerksam geworden sind. Jüngere Produzenten sind vielleicht Fans von Aphex Twin, Biosphere oder Robert Leiner, aber für andere könnte James Blake der Einstiegspunkt gewesen sein. Wieder andere haben vielleicht noch nie von uns gehört.

Welche ist die schlüpfrigste Platte in eurem Labelkatalog?
Das dürfte "Love Kiss" von Sheila von 1989 sein. Auf dem Sleeve stand die Warnung: "Diese Platte enthält versaute Lyrics, also kauf sie nicht, wenn du das nicht abkannst! Plattenverkäufer, Eltern und dein eigenes Gewissen seien hiermit vorgewarnt!"

Und zu guter Letzt: Was können wir 2017 von R&S erwarten?
2017 sieht sehr vielversprechend aus. Unknown Archetype, Paul White, Talaboman, Lone, Sporting Life, Space Dimension Controller und Slackk haben die Menschen ja schon in Aufregung versetzt, aber wir haben auch ein paar Neuzugänge, die wir später dieses Jahr bekanntgeben werden. Außerdem haben wir eine beeindruckende Reihe an Veranstaltungen geplant!

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