All Access? So schließt Dance-Musik Menschen mit Behinderung aus

Wenn wir einer Gruppe von Leuten den Zugang zu Dance-Clubs verwehren, wie können wir dann sagen, dass wir für hundertprozentige Inklusion sind?

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Okt. 28 2015, 1:35pm

Dance-Musik basiert auf dem Konzept der Inklusion. Von den Anfängen des House in Schwulenclubs durch afroamerikanische Produzenten bis zum Publikum heutiger Events, das sich aus verschiedenen Ethnien, Religionen und musikalischen Vorlieben zusammensetzt—wir als Fans von Dance-Musik brüsten uns gerne mit dieser Offenheit. Und wir sind bereit, sie zu verteidigen. Wenn es aber um Barrierefreiheit geht, gibt es Fragezeichen.

Wir waren in einigen der größten Nachtclubs in Kanada, wie CODA, The Hoxton und Nest. Nicht nur dort Hindernisse für Fans, die auf den Rollstuhl oder andere Bewegungshilfen angewiesen sind—was alleine im kanadischen Bundesstaat Ontario auf ein Siebtel aller Einwohner Ontarios zutrifft.

Diese Woche erst wurde Ian McAdam, einem EDM-„Superfan" und Teil der neuen THUMP-Doku All Access, der Zugang zum Main Floor bei Zedds True Colors-Konzert in Toronto verwehrt, obwohl ihm das Personal zuvor sogar versichert hatte, dass er reinkommen würde. Nachdem er über zwei Stunden im Vorraum warten musste, wandte sich McAdam über Twitter an Zedd, in der Hoffnung, die Show, für die er bezahlt hatte, doch besuchen zu können.

Obwohl McAdam es geschafft hat, die Situation zu lösen (vor allem mithilfe von Zedds Management-Team), ist es unentschuldbar, dass so etwas passiert. Und trotzdem passiert es; überall, jedes Wochenende.

Mit der Dokumentation All Access will THUMP die Diskussion über Barrierefreiheit von Veranstaltungsorten für Musik anstoßen. Unser Moderator, Komiker Andre H. Arruda, spricht mit McAdam, einer Vertreterin der Stadtverwaltung und einem Aktivisten, um ein Problem zu beleuchten, dem sehr wenig Beachtung geschenkt wird und das schon lange unverändert besteht.

Wenn wir einer Gruppe von Leuten den Zugang zu den Clubs verwehren, in denen Dance-Musik-Acts auftreten, wie können wir dann sagen, dass wir für hundertprozentige Inklusion sind?