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      Welcher Berliner Club passt zu deinem Studiengang?

      Foto: Imago / Vice Media GmbH

      Die Party kann noch so gut sein, wenn du dich fehl am Platz fühlst, ist der Abend gelaufen. Damit du dir also nicht aus Frust einen hinter die Binde kippen oder durch die Nasenhöhle ziehen musst, zeigen wir dir den Weg zu deiner zukünftigen Studienfach-Peer-Group.

      BWL: Matrix

      Das Klischee. Natürlich gehen nicht alle BWLer ins Matrix. In diesem Fall trifft nur der Umkehrschluss zu, denn im Matrix ist die Anzahl der Betriebswissenschaftler eben ziemlich hoch – fehl am Platz bist du hier also definitiv nicht. Und das hat absolut verständliche, fachliche Gründe, wenn man die Maximierung der Betrunkenheit als betriebswirtschaftliches Ziel der Partynacht annimmt. Ein Eimer Sangria, Happy Hour oder zwei Drinks zum Preis von einem, das hält die Aufwände gering und schlägt positiv auf die Bilanz. Sieben Floors mit Sounds zwischen Techno und Schlager werden auch der Heterogenität eines BWL-Studiengangs gerecht. Wie an der Uni: Gemeinsamer Nenner aller bleibt das Ziel der Gewinnmaximierung.

      UDK: Berghain

      Du machst Kunst, du bist Kunst, das Berghain ist Kunst. Dein Laden, so schwarz wie das Gehänge auf der Kleiderstange neben den analog geschossenen und selbst entwickelten, Schwarz-Weiss-Bildern an der Wand deines WG-Zimmers. Kunst eben. Als letzter Ort der totalen Freiheit schreibt das Berghain die Geschichten, die der verrückte Künstlerkopf braucht – und wenn es nur der Placebo-Effekt ist. Außerdem bereitet das Publikum trotz Amphe-Schweiß, Leder und Dunkelheit schon ganz gut auf die spätere Zukunft vor, und dabei spielt es nicht mal eine Rolle ob du mit einem Abschluss in Fine Arts durch Galerien tingelst oder dich als Modedesigner versuchst: Alle tun leicht elitär, intellektuell und vor allem geheimnisvoll. Hier kannst du noch was lernen.

      Soziologie: Sisyphos

      Als angehender Soziologe bist du im Sisyphos perfekt aufgehoben. Zwar ist der Weg recht weit, aber ein Wochenende und du hast genug Stoff für die Hausarbeiten des kommenden Semesters. Das Sisyphos funktioniert ein bisschen wie die Großraumdisse deiner Heimatstadt, nur im Berliner Stil: ausschließlich elektronische Musik und das Wochenende durchgehend. Aber von Kinderschminken bis Pizza-Bude wird alles geboten. Weitere Gemeinsamkeit: Du triffst Menschen aller Art. Im Sommer liegen die Kiffer und Hippies draußen herum und führen Gespräche, so deep, wie die Dichtheit hergibt. In der Hammahalle starren tausend Menschen auf Pille und Pulver in die besten Technovisuals der Stadt und merken gar nichts mehr. Dazwischen ein Gemisch aus Touristen, Normalos, korrekten, weniger korrekten und den Menschen, denen der Zutritt zu Kater Blau und Berghain verwehrt blieb. Ein recht treffendes Abbild der Gesellschaft also.

      Irgendwas mit Medien: Kater Blau

      Du bist cool, du bist hip, du bist Szene. Das ist dir im ersten Semester zwar nicht unbedingt klar, aber du hast gar keine andere Wahl: Mit deiner brotlosen Kunst brauchst du Connections, das Vitamin B, um später überhaupt einen Job zu finden und über die Runden zu kommen. Glaub mir. Begib dich also direkt ins Fegefeuer der Hipsterhölle. Natürlich musst du dich in der Hierarchie erstmal nach oben arbeiten. Geh also anfangs freitags hin, als unbekanntes Gesicht hast du hier die besten Chancen reinzukommen. Über Wochen bzw. Monate—das kommt ganz auf dich an—arbeitest du dich im Wochenende nach hinten. Wenn du den Umgangston an der Tür zwischen unterwürfig und keck irgendwann drauf hast, kommst du vielleicht am Sonntagabend rein, ohne halb verwaschenen Stempel der Vortage. Herzlichen Glückwunsch, dann hast du es in den Inner Circle geschafft. Klar, für das Studium bleibt weniger Zeit, wenn du dich erst zur montaglichen Rush Hour verpeilt auf den Heimweg machst. Aber keine Panik, dein Studium verlangt dir eh nicht zu viel ab.

      Regionalstudien Afrika/Asien: Yaam

      Nach dem Abi warst du auf Reisen. Und du hast dich verliebt. In die Sonne, das Meer, die warmen Temperaturen. Und zumindest im Nachtleben möchtest du das sommerliche Flair und das feurige Temperament von Menschen mit kulturellen Hintergründen aus aller Welt nicht missen. Verständlich, in dieser Hinsicht liegt Deutschland wohl weltweit auf einem der hintersten Plätze. Hier gibt es nicht mal Sprachgestik, an Hüftschwung ist also gar nicht erst zu denken. Im Yaam hingegen schon, und zum Signature-Sound des Ladens aus Reggae, Dub und Dancehall passt der auch perfekt, sofern du versiert bist. Dabei fängt das Programm des Yaam an dieser Stelle erst an: Schon tagsüber bekommst du was zu Futtern, fast immer einen Joint angeboten und regelmäßig sind dort musikalische Größen aus zig Ländern zu Gast. Der Club liegt übrigens direkt an der Spree und drinnen ist es oft unerträglich heiß. Da ist sie schon, die Assoziation zu Sommer und Meer. Sogar ein bisschen Sand wirst du finden.


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