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Mixes of the World: Markus Suckut

Der Mix ist eine Stunde von einem Live-Mitschnitt—von der „Figure plays Toulouse“-Nacht Mitte September 2014.

Baschy Sefid

Von wegen die großen Talente tummeln sich alle in Berlin. Zugegeben, in der Hauptstadt ist die Dichte der hoffnungsvolle Newcomer sicherlich am größten. Und dennoch konnten wir mit unserer Serie „Mixes of The World" einige neue Gesichter vorstellen—und die Reise führte uns von Freiburg nach Warschau über Athen und Stockholm nach Ulm und selbst nach Minneapolis. Für unsere vorletzte Station möchten wir Euch mit Markus Suckut aus Velbert-Langenberg bekannt machen. Und in seinem Fall will uns das Wort Talent nicht so recht über die Lippen gehen, veröffentlichte der Produzent doch bereits auf derart renommierten Labels von Leuten wie Len Faki und Lucy. 

Mit der Subüberschrift „Spannende Geschichten ohne große Worte" stellt sich Suckut seit jeher selbst vor. Soll heißen, dass es für den passionierten DJ nur eine große Liebe gibt: Techno. Und dass der Rheinländer seine Passion gerne teilt, zeigen die Release-Fakten aus diesem Jahr. Mehr als fünf EPs veröffentlichte Suckut in den vergangenen Monaten, darunter auch seine dritte 12-Inch auf seinem eigenen Label SCKT. In unserer Mix-Serie markiert sein Beitrag sogar ein Novum, denn bisher hatten wir noch kein einziges Live-Set am Start. Der Mitschnitt stammt aus dem September 2014 als Suckut für Len Fakis Label Figure das Opening Set im französischen Toulouse spielte. Mit seinem elaborierten Übergang von deep zu hart, von gefühlvoll zu brachial bilden die 60 Minuten den idealen Kickoff in Euer Wochenende! Here we go! 

Stell dich doch bitte kurz vor! 
Hallo, ich bin Markus Suckut. Ich komme aus der Nähe von Düsseldorf und produziere Techno. Ich bin hier aufgewachsen und liebe die Gegend. Das Industrielle und die verlassenen Gebäude sind sehr inspirierend, hier hat man seine Ruhe und kann super abschalten. Ich kann mir kaum eine bessere Gegend zum Leben vorstellen. 

Schwer vorstellbar, dass deine Heimat Velbert-Langenberg eine vitale Szene vorzuzeigen hat—wie würdest du die Szene beschreiben? Heute nutzt du deine Heimat bestimmt als Rückzugsraum, aber wie hast du früher neue Musik entdecken können, gab es früher und gibt es heute gute Plattenläden und Clubs? 
Eine Szene gibt es hier tatsächlich nicht und auch die Umgebung bietet wirklich nur selten ein qualitativ hochwertiges und gutes Booking. Meiner Meinung nach, gibt es hier keine richtige Techno-Szene, wie man sie zum Beispiel aus Berlin kennt. Dieser Fakt verwundert mich, da das Ruhrgebiet und der Pott ein riesiger Ballungsraum ist und ich denke, dass genügend Potential vorhanden sein sollte. Die Gegend bietet mir aber auch die Möglichkeit, nach einem stressigen Wochenende abschalten zu können und runterzukommen. Mein erster Plattenladen war das Important in Essen—dort hab ich angefangen, mein ganzes Taschengeld auszugeben. Als ich Lust auf was Neues hatte, bin ich recht schnell auf Flipside in Düsseldorf gestoßen. Die Techno-Abteilung wurde von Herbert Boese geführt, der mich unter anderem auf die erste „Ostgut-Ton" aufmerksam machte. Herbert war damals Resident in der Harpune, einem Club in Düsseldorf. Dort bin ich dann öfter ausgegangen. Es ist schade, dass es die Läden und Clubs nicht mehr in der Aufmache gibt. Uns fehlen gute Plattenläden in der Umgebung.

2014 war mit mehr als 5 EPs ein äußerst Output-freudiges Jahr für dich. Im vergangenen Jahr hast du mit „DNA" auch dein Debütalbum veröffentlicht. Um im Bild zu bleiben – was sind deine Erbinformationen als Produzent einerseits und als DJ andererseits? 
Das ist richtig. Nach 2013, wo ich fast nur mein eines Album veröffentlicht habe, hatte ich mir für 2014 vorgenommen, mehr Gas mit dem Veröffentlichen zu geben. Das hat zum Glück gut geklappt. Ich versuche beim Produzieren abzuschalten und mich zu verlieren—wenn das klappt, ist alles gut. Als DJ versuche ich dasselbe. Das Ziel von jedem meiner Gigs ist es, eine gute Mischung von aktuellen Veröffentlichungen, Promos und alten, zeitlosen Tracks zu finden.

Wie und wo wurde der Mix aufgenommen? 
Der Mix ist eine Stunde von einem Live-Mitschnitt—von der „Figure plays Toulouse"-Nacht Mitte September 2014. 

Gibt es eine spezielle Idee hinter zum Mix oder zur Trackauswahl, die du im Hinterkopf hattest? 
Da ich das Warm-up für Johannes Heil und Len Faki gemacht habe, ist die ausgewählte Stunde der Übergang von der softeren Seite zum härteren Techno. 

Gibt es schon konkrete Pläne für das Jahr 2015? 
Auf jeden Fall! Auf meiner To-Do-Liste steht die vierte Veröffentlichung auf meinem Label „SCKT04" und eine weitere für Figure. Außerdem sind Johannes Heil und ich sehr fleißig und produktiv im Studio, da gibt es also auch einiges zu erwarten. 

Ich habe aber noch weitere Ideen; wenn ich die umsetzen kann, gibt es natürlich noch mehr! 

Tracklist: 

Makam - Aimé

DJ Qu - Party People Clap (Levon Vincent Remix)

Dungeon Meat - The Fuck Off Track

Orion - Gravity

Marcel Dettmann - Apron (PAS Tubed Mix 2)

Marcel Dettmann - Seduction feat. Emika (Deuce Remix)

Chiapet - Tick Tock (Apocalypse Now Remix)

Rødhad - Haumea (Ø Phase Satelite Mix)

Oliver Deutschmann - The Blocks

Jeff Mills - Fists Of Fury 

Jeff Mills - Division De Lignes

Cleric - Blitz

Steve Stoll - Drop A Hint

Jeff Mills - Keeping Of The Kept

Green Velvet - Day By Day (Green Velvet Mix)

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